Innensenator Körting kündigt Umkehr bei der Personalgewinnung und Besoldungspolitik an

"Die Zeit für Einstellungskorridore wird Ende 2013 vorbei sein," kündigte der Senator für Inneres und Sport, Ehrhart Körting, auf der Diskussionsveranstaltung 'dbb berlin im Dialog über die altersbedingte Personalfluktuation und Fachkräftegewinnung in der öffentlichen Verwaltung des Landes Berlin' an.

Bereits für die Jahre 2012 und 2013 sagte Berlins Innensenator voraus, dass mit dem nächsten Doppelhaushalt neue Festlegungen zur Nachwuchsgewinnung für alle Bereiche der Berliner Verwaltung erforderlich sind. Der Senat wird den Entwurf des Haushaltsplanes 2012/2013 Mitte Juli beschließen und dem Abgeordnetenhaus vorlegen.

Die Umkehr bei der Personalgewinnung begründete der Senator mit der außerordentlich hohen altersbedingten Personalfluktuation in allen Teilen der Hauptverwaltungen und der Bezirksverwaltungen sowie in den unterschiedlichen Berufsgruppen und Tätigkeitsfeldern in der gesamten Berliner Verwaltung in Höhe von rund 25 vom Hundert des derzeitigen Personalbestandes bis Ende 2017 und in den Folgejahren. Die altersbedingte Personalfluktuation ist nach Erhebungen des Senats besonders dort extrem hoch, wo besondere fachliche Qualifikationen zur Berufsausübung notwendig sind.

Mit einer persönlichen Bemerkung schätzte der Innensenator den Personalbedarf der Berliner Verwaltung so ein, dass nach der vom Senat anvisierten weiteren Einsparung von ca. 6.000 Vollzeitäquivalenten in den Jahren 2012 und 2013 ein Ende der Reduzierung der Beschäftigungsmöglichkeiten erreicht sein wird. "Die Zielzahl 100.000 wird ein Abbild für die Folgejahre sein," so Körting auf der dbb-Veranstaltung. Die gezielte Einstellung von Nachwuchskräften auch in der allgemeinen Verwaltung wird dann seiner Meinung frühzeitig einsetzen müssen. Auch sehe er zum Beispiel die Notwendigkeit der Einstellung von Frauen in den feuerwehrtechnischen Dienst des Landes angesichts der demographischen Entwicklung.

In der Diskussion mit den Vertreterinnen und Vertretern aus den Mitgliedsgewerkschaften und -verbänden sowie des Jugendpolitischen Ausschusses des dbb berlin betonte der Innensenator zu den Nachfragen über die Besoldungsentwicklung für die Beamtinnen und Beamten, "dass Berlin gegenüber den anderen Bundesländern wettbewerbsfähig bleiben muss, was teilweise auch für den Bund gilt."