Auf dem Gewerkschaftstag des Regionalverbandes Ost der Kommunikationsgewerkschaft DPVKOM forderte der Landesvorsitzendes des dbb berlin, Joachim Jetschmann, den Hauptausschuss für Mindestarbeitsentgelte beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf, dem Antrag der dbb tarifunion zu entsprechen und einen Mindestlohn für die Beschäftigten der Call-Center von 9,50 Euro festzusetzen.
Da für die mehr als 500.000 Beschäftigten in 6.700 Call-Centern keine Tarifverträge bestehen und die Arbeitsentgelte somit individuell festgelegt werden, sind Niedriglöhne zwischen fünf und sechs Euro pro Stunde an der Tagesordnung. Damit sind die Beschäftigten immer auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen.
"Es ist für die Betroffenen entwürdigend, wenn sie für ihr schwere Arbeit nicht gerecht entlohnt werden und auf staatliche Hilfen angewiesen sind", so der Landesvorsitzende des dbb berlin.
Über den von der dbb tarifunion bereits im November 2009 gestellten Antrag beim Hauptausschuss für Mindestarbeitsentgelte ist bisher aus unbekannten Gründen nicht entschieden werden. Die Kommunikationsgewerkschaft DPVKOM im dbb - beamtenbund und tarifunion - und die dbb tarifunion unterstützen jetzt in einer Unterschriftenaktion bis zum 15. Juni 2011 die erhobene Forderung. Eine Unterschriftenliste ist im hauptstadt magazin - hm - des dbb berlin abgedruckt.