Das Berliner Verbeamtungsverbot für Lehrkräfte beweist sich wieder
einmal als Standortvorteil für andere Bundesländer. Bei der
diesjährigen Einstellungskampagne bietet das Land Brandenburg gezielt auch die
Verbeamtung für Lehrkräfte an. Bei der Einstellung von 450 neuen Lehrkräften
setzt die Regierungskoalition aus SPD und Linkspartei in Brandenburg mit dem
Angebot der Verbeamtung einen besonderen personalpolitischen Schwerpunkt mit
schwerwiegenden nachteiligen Folgen für die Nachwuchsgewinnung in Berlin. Der
dbb berlin geht davon aus, dass sich viele der Berlin gut ausgebildeten
Lehrkräfte für den Schuldienst in Brandenburg entscheiden.
Damit ist der Berliner Senat mit dem seit 2004 bestehenden Verbeamtungsverbot
für Lehrkräfte bei der Anwerbung von Nachwuchskräften für die Berliner Schulen
im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern erneut gescheitert.
Der
vom Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. Zöllner,
initiierte Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18. Juni 2009 über den
"fairen Wettbewerb und die vertrauensvolle Abstimmung bei der Gewinnung von
Lehrerinnen und Lehrern der Bundesländer" hat wieder einmal nicht verhindern
können, dass das Land Berlin beim Wettbewerb um Nachwuchskräfte wegen des
Verbeamtungsverbots erheblich im Nachteil ist.
Das Land Berlin wird
mit der praktizierten Einstellungspolitik immer mehr zur Ausbildungsstätte für
Lehrkräfte aller Bundesländer degradiert.
"Der dbb berlin fordert die
sofortige Aufhebung des Berliner Verbeamtungsverbots für Lehrkräfte, um den
Bedarf an Lehrkräften personalpolitisch richtig und sachorientiert in den
nächsten Jahren decken zu können," erklärte der Landesvorsitzende des dbb
berlin, Joachim Jetschmann.