dbb berlin stellt fest: Vorsitzender des Hauptpersonalrates distanziert sich von ver.di

Kurz vor der Funktionärskonferenz von ver.di am 17. Februar hat sich der Vorsitzende des Hauptpersonalrates des Landes Berlin von den "Verhandlungsergebnissen über Eckpunkte" abgesetzt. In einem Leitartikel der Berliner Morgenpost wird der Personalratsvorsitzende zur möglichen Übernahme der Verhandlungsergebnisse für die Berliner Beamten mit den Worten "Das ist kein Modell, das wir für die Beamten übernehmen können. Ich persönlich fände so ein Angebot nicht aktzeptabel!" zitiert. Mit diesen Äußerungen hat sich der Vorsitzende des Hauptpersonalrates auch als ver.di-Mitglied von den durch die Verhandlungsführerinnen von ver.di erzielten Ergebnissen bei den Tarifverhandlungen am 8. und 9. Februar eindeutig distanziert und für die gewerkschaftsinterne Meinungsbildung bei ver.di eine Steilvorlage gemacht.
 
"Bemerkenswert ist, dass", so stellt der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, fest, "über die Ablehnung zur Übernahme der grundsätzlichen Ergebnisse der Tarifverhandlungen für die Beamtinnen und Beamten die Verhandlungsergebnisse für die Tarifbeschäftigten in Frage gestellt werden, ohne die Verhandlungsergebnisse direkt anzuzweifeln." 
 
"Die Beamtinnen und Beamten müssen aufpassen, dass sie nicht von einem ver.di-Funktionär mißbraucht werden, um die "Verhandlungsergebnisse über Eckpunkte" zu kippen," führte der Landesvorsitzende des dbb berlin weiter aus.
 
Auch ist es sehr bemerkenswert, dass der Vorsitzende des Hauptpersonalrates des Landes Berlin sich mit den Worten zitieren läßt: "Wenn der Senat sich nicht bewegt, wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen." Dieser Satz hat zu der Überschrift "Berlins Beamte drohen mit Streik" auf der Titelseite der Berliner Morgenpost geführt.
 
Nach Recherchen des dbb berlin hat der Hauptpersonalrat seinen Vorsitzenden nicht per Beschluss zu einer solchen Aussage autorisiert.
 
"Nach Auffassung des dbb berlin ist es einem Personalrat nicht gestattet, zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen oder sie anzukündigen," stellt der Landesvorsitzende des dbb berlin abschließend fest.