Berlins Lehrkräfte flüchten nach Brandenburg

Nach Informationen des dbb berlin haben sich 750 Berliner Lehrkräfte für eine Tätigkeit im Land Brandenburg bei den dortigen Schulbehörden beworben. Der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, bezeichnete die hohe Zahl von Bewerbungen Berliner Lehrerinnen und Lehrer als Massenflucht vor den Arbeits- und Bezahlungsbedingungen im Land Berlin.

„Die Massenflucht von Lehrkräften aus dem Land Berlin ist eine Bankrotterklärung für die Personalpolitik des Senats von Berlin,“ äußerte sich der Landesvorsitzende des dbb berlin weiter und kritisierte erneut das von der SPD und der Linkspartei seit 2004 verhängte Verbeamtungsverbot für Lehrkräfte.

„Das Land Berlin ist für die dringend notwendige Gewinnung junger Nachwuchslehrkräfte nicht attraktiv, da eine Verbeamtung untersagt und auch die Besoldung der Beamtinnen und Beamten im Land Brandenburg erheblich höher als in Berlin ist,“ so Jetschmann.

Die massenhaften Bewerbungen von Lehrkräften aus Berlin für eine Übernahme in das Land Brandenburg ist nach Ansicht des dbb berlin ein Beleg dafür, dass die Bezahlungsbedingungen für angestellte und beamtete Lehrkräfte in Berlin miserabel sind. Darin ändert auch nichts die Absicht des Senats, die Besoldungsrückstände im Land Berlin zum 1. Oktober 2010 und 1. August 2011 zu vermindern.

Vom dbb berlin werden die SPD und die Linkspartei zu einem Kurswechsel bei der Personalpolitik aufgefordert, um die Massenflucht von Lehrkräften zum Land Brandenburg zu verhindern.