Innensenator Dr. Körting lässt Besoldungsrückstände verleugnen   

In einem Informationsschreiben "Bezüge von Beamtinnen und Beamten" an die Landesbeamtinnen und -beamten der Senatsverwaltung für Inneres und Sport läßt Innensenator Dr. Körting die bestehenden Besoldungsrückstände mit einem Pseudovorschlag über eine Besoldungsanpassung verleugnen.

Das in Dienststellen der Berliner Verwaltung an alle Beamtinnen und Beamten zur Verteilung gebrachte Informationsschreiben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport enthält Ausführungen über mögliche Änderungen der Beamtenbesoldung nach dem Wegfall des Anwendungs-TV bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Ende 2009.
 
Darin wird der vom dbb berlin im Jahre 2003 durchgesetzte Prüfauftrag für den Senat erwähnt, der die Verpflichtung enthält, zum Ende des Solidarpaktes 2003 die erhebliche reduzierten Sonderzahlungen ("Weihnachtsgeld") wieder auf das Zahlungsniveau des Jahres 2003 anzuheben.
 
Dieser eindeutige Prüfauftrag wird vereinbarungswidrig durch einen aktuellen Bezug zu der Höhe der Sonderzahlungen in den anderen Bunderländern und beim Bund und in den Zusammenhang mit den Ergebnissen der laufenden Tarifverhandlungen inhaltlich ergänzt.
 
Diese Verlautbarungen entsprechen nicht den Verabredungen im Solidarpakt 2003 mit dem Regierenden Bürgermeister für die Beamtinnen und Beamten und sind mit dem dbb berlin nicht erörtert worden.
 
Der dbb berlin weist diese inhaltlichen Festlegungen zur Verhinderung von Besoldungsanpassungen ab 1. Januar 2010 zurück.
 
Der dbb berlin fordert wie bei den Tarifverhandlungen den vollständigen Wegfall der Gehaltskürzungen ab 2003. 
 
Der Senator für Inneres wird aufgefordert, sich von den negativen Einstellungen des Regierenden Bürgermeisters gegenüber den Beamtinnen und Beamten zu lösen und endlich die vom dbb berlin angeregten Verhandlungen über eine Verbesserung der Beamtenbesoldung zu führen.
 
Der dbb berlin fordert erneut die sofortige Aufnahme von Verhandlungen, um auch über einen Ausgleich der seit 1. September 2004 nicht vorgenommenen Besoldungsanpassungen in allen anderen Bunderländern um beim Bund verhandeln zu können.
 
Dies ist auch deshalb dringend erforderlich, da durch die Begründungen zur Erhöhung der Diäten der Abgeordneten der Nachholbedarf seit 2004 bei der Beamtenbesoldung bestätigt worden ist.
 
Der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, erklärte wörtlich: "Was für Abgeordnete, die sich auf das Auslaufen des Solidarpaktes 2003 für den öffentlichen Dienst berufen, gilt, muss nun auch für die Beamtinnen und Beamten gelten. Der dbb berlin erwartet daher endlich Initiativen der Fraktionen des Abgeordnetenhauses zur Verbesserung der Beamtenbesoldung!"