Freude an der Saar über Besoldungserhöhung -
Frust in Berlin über den Besoldungsrückstand

Die neuen Besoldungstabellen für die Beamtinnen und Beamten des Saarlandes ab 1. März 2009 und 1. März 2010 haben Freude und Zustimmung bei den Landesbeschäftigten und dem dbb in diesem Bundesland hervorgerufen. Wenn der Landtag im Saarland am 6. Mai 2009 dem Vorschlag der Landesregierung zur Besoldungsanpassung 2009 zustimmt, hat auch das Saarland das Tarifergebnis 2009 der Länderbeschäftigten für die Beamtinnen und Beamten übernommen.
 
Unter den Berliner Beamtinnen und Beamten verstärkt sich der Frust über ihre Einkommensentwicklung. Seit dem 1. August 2004 sind die Dienstbezüge und die Versorgungbezüge in Berlin nicht mehr angehoben worden. In den anderen Bundesländern wurden dagegen mehrfach die Besoldung und die Versorgung seit 2004 und nach der Tarifrunde 2009 für den öffentlichen Dienst angepasst.
 
So beträgt der Unterschied allein beim Grundgehalt zum Beispiel für eine Beamtin oder einem Beamten im mittleren Dienst in der Besoldungsgruppe A 8 im Polizei-, Justizvollzugs- oder Feuerwehrdienst sowie dem allgemeinen Verwaltungsdienst im Vergleich mit den Beamten im Saarland im Monat bis zu 214,08 Euro.
 
Bei einer Studienrätin an einem Berliner Gymnasium beträgt der Gehaltsunterschied zu ihrer Kollegin im Saarland inzwischen beim Grundgehalt bis zu 326,30 Euro je Monat.
 
Bei einem Vergleich der Besoldung zwischen Berlin und weiteren Bundesländern ist der Besoldungsrückstand noch höher.
 
Dieser erhebliche Besoldungsrückstand wird durch die Kürzung der Sonderzahlung und den Wegfall des Urlaubsgeldes im Jahre 2003 infolge des sogenannten "Solidarpaktes" zur Sanierung des Berliner Landeshaushalts verstärkt.
 
Insgesamt beträgt der Besoldungsrückstand in Berlin über 20 vom Hundert im Verhältnis zu den Landesbeamtinnen und -beamten in den anderen Bundesländern (einschl. Brandenburg). 
 
"SPD und Linkspartei dürfen nicht weiter zu der Einkommensentwicklung für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes schweigen und konzeptionslos versuchen, sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen", erklärte der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, zum aktuellen Stand des Besoldungsrückstandes.
 
"Der dbb berlin erwartet die Aufnahme von Verhandlungen zum Abbau des Besoldungsrückstandes", führte Jetschmann weiter aus.