Jetschmann forderte Abkehr von ideologischen Vorbehalten gegen das Beamtenversorgungsrecht und offensive Debatte zum unterschiedlichen Rentenwert Ost/West

Auf dem 12. Landesvertretertag des BRH Berlin sprach sich der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, für den Erhalt einer einheitlichen Rechtsgrundlage für die Versorgung der Beamtinnen und Beamten beim Bund, den Ländern und Kommunen aus. Die Forderung nach einer bundeseinheitlichen Anwendung des Beamtenversorgungsgesetzes nach der Föderalismusreform I begründete der Landesvorsitzende des dbb berlin mit den bisher verhinderten Absichten der SPD und der Linkspartei, die die nach ihrer Ansicht besonders finanzwirksamen Bestimmungen des Beamtenversorgungsgesetzes durch ein Landesgesetz zu ersetzen.
 
SPD und Linkspartei haben in ihrer Koalitionsvereinbarung wesentliche Einschnitte bei der Versorgung der Beamtinnen und Beamten in Berlin beschlossen. Der erste Gesetzesentwurf vom 8. 10. 2008 enthielt nicht nur die Abwendung vom bundeseinheitlichen Versorgungsrecht, sondern es sollten auch erhebliche finanzielle Minderungen der Versorgung vorgenommen werden.
 
Bisher wandte sich der dbb berlin erfolgreich gegen die Veränderungen bei der Berechnung der ruhegehaltsfähigen Vordienstzeiten (Zeiten im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst, Ausbildungszeiten, sonstige Zeiten und den Zurechnungszeiten und Zeiten gesundheitsschädigender Verwendung) sowie gegen den Ausschluss der Erhöhung des Versorgungsanspruchs bei noch nicht realisierbaren Rentenanwartschaften und die Kürzungsvorschläge beim Zusammentreffen von Versorgungsbezügen mit Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen.
 
Mit großer Sorge stellt der dbb berlin fest, so Jetschmann, dass der bestehende Besoldungsrückstand von über 20 vom Hundert der Berliner Beamtinnen und Beamten gegenüber anderen Landesbeamten sich auf die Höhe der Versorgungsbezüge der Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger bereits massiv auswirkt.
 
„Es besteht der begründete Verdacht, dass SPD und Linkspartei ihre ideologischen Vorbehalte gegen das Berufsbeamtentum auch gegen die Berliner Pensionäre richten“, erklärte Jetschmann auf dem Landesvertretertag des BRH Berlin.
 
Ferner kritisierte der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, die politische Zurückhaltung des Berliner Senats bei der Vertretung des Entschließungsantrages der ostdeutschen Länder vom November 2008 im Bundesrat zur Vereinheitlichung des aktuellen Rentenwertes.
 
Die Rentenberechnung in den neuen und alten Bundesländern unterscheidet sich zum einen durch die unterschiedlichen Rentenwerte Ost/West und zum anderen durch die unterschiedliche Berechnung der persönlichen Entgeltpunkte Ost/West. Die bekannten Modelle zur Überwindung der unterschiedlichen Berechnungsgrößen sind bisher vom Berliner Senat weder offensiv in die politische Debatte eingeführt noch vertreten worden, kritisierte Jetschmann.
 
„Dem politischen Stillstand bei der Behandlung der Forderungen nach Vereinheitlichung des aktuellen Rentenwertes begegnen die Berliner Koalitionsparteien SPD und Linkspartei zu wenig offensiv“, bemerkte Jetschmann auf dem Vertretertag des BRH Berlin, „obwohl doch gerade Berlin dafür besonders prädestiniert wäre!“