Sehr
geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
be Berlin, mit diesem Slogan
wirbt Berlin seit einiger Zeit für sich. Wenn man diese Werbung kombiniert mit
Ihrer eigenen Aussage, Berlin sei „arm, aber sexy“, dann ergibt das für den
Öffentlichen Dienst im Land Berlin die Parole „be arm“.
Allerdings
fragen sich unsere Mitglieder seit langem, was an der Vorstellung sexy sein
soll, dass der Öffentliche Dienst in Berlin von der Besoldungsentwicklung in
den anderen Bundesländern völlig abgekoppelt ist.
Sie mögen jetzt
vielleicht entrüstet auf die in Aussicht gestellte Gehaltsanhebung für neu
eingestellte Lehrkräfte verweisen. Dieser längst notwendige Schritt mag
vielleicht die Abwanderung junger Lehrkräfte in andere Bundesländer etwas
bremsen, ganz stoppen wird sie sie nicht. Eine sofortige Verbeamtung und
regelmäßige Besoldungsanpassungen sind eben attraktiver als eine Rolle als
Bittsteller in Berlin.
Apropos Besoldungsanpassungen: Haben Sie sich
in letzter Zeit einmal ein Eis gekauft? – Beim Eis wird die Inflation quasi
kugelförmig und damit für jeden Bürger begreifbar. Im Jahr 2003 hätte man für
die Kugel, die heute einen Euro kostet, noch 70 Cent bezahlt.
Und
ebenfalls seit 2003 hat es für den Bereich des Öffentlichen Dienstes in Berlin
nicht einen einzigen Inflationsausgleich gegeben. – Berliner Beamte haben
inzwischen so große Besoldungsrückstände gegenüber Kollegen in anderen
Bundesländern, dass es eine Schande für die Bundeshauptstadt ist. Selbst das
arme Brandenburg geht mit seinen Landesbediensteten fairer um!
Herr
Wowereit, ich fordere Sie hiermit auf, endlich die legitimen Interessen der
Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in Berlin anzuerkennen! – Immer
höhere Arbeitsbelastungen und eine immer geringere Kaufkraft passen nicht
zusammen. Wir erwarten deshalb ein faires Angebot – für Angestellte UND
Beamte!
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Wiencek