Jetschmann: Wowereit hat uns verraten
Beamte drohen mit Kampagne bis 2011

Der dbb berlin bereitet eine Kampagne gegen die rot-rote Landesregierung vor, nachdem der Senat die 80.000 Berliner Beamten nach Auslaufen des Solidarpaktes im kommenden Jahr leer ausgehen lassen will, während die Berliner Angestellten – wie verabredet – wieder mehr Geld in der Tasche haben werden.

„Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat uns verraten“, klagte der Vorsitzende des dbb Landesbundes berlin Joachim Jetschmann. Obwohl immer klar gewesen sei, dass der 2003 ausgehandelte Verzicht auf 8 bis 12 Prozent des Gehaltes im Jahre 2010 wieder rückgängig gemacht werden soll, wolle sich Wowereit nicht mehr an sein auch den Beamten gegebenes Versprechen erinnern.

Von den Berliner Beamten wird das Verhalten des Senats als überaus ungerecht empfunden, weil es anderslautende Zusagen gegeben habe und weil die Berliner Beamten infolge der seit 2004 in anderen Ländern und beim Bund vollzogenen Gehaltserhöhungen immer mehr benachteiligt werden. So verdient inzwischen ein 35 Jahre alter Oberbrandmeister in Berlin 196,57 Euro weniger als sein Kollege im Saarland, eine 40 Jahre alte verheiratete Oberamtsmeisterin verdient 163,35 Euro weniger als in Thüringen. Auch bei den Beamtenanwärtern dürften die deutlich geringeren Bezüge als in Hamburg und Berlin in den nächsten fünf, sechs Jahren zu einem echten Nachwuchsproblem führen.

Der dbb berlin, der auch bereit ist, über eine stufenweise Rückkehr zum alten Gehaltsniveau für die Berliner Beamten zu reden, will die angekündigte Kampagne notfalls bis zu den Berliner Wahlen 2011 durchziehen.