Richtlinienkompetenz gegen Beamte und Richter

Der Regierende Bürgermeister hat entschieden: Die Beamtinnen und Beamten sowie Richterinnen und Richter des Landes Berlin erhalten nach Auslaufen des Solidarpaktes 2003 keine Besoldungserhöhungen! Die Streichung des Urlaubsgeldes und die drastische Kürzung der Sonderzahlung werden nicht rückgängig gemacht! Die ausgebliebenen Anpassungen der Besoldung seit 1. August 2004 sollen nicht ausgeglichen werden! So und nicht anders will es der Regierende Bürgermeister.

Bis zu dieser Entscheidung konnte niemand im öffentlichen Dienst behaupten, der Regierende Bürgermeister hält nicht sein gegebenes Wort. Das ist jetzt anders. Die Verabredungen mit dem Regierenden Bürgermeister im Jahre 2003 zur Befristung des Solidarpaktes bis Ende 2009 gelten auch für die Beamten und Richter und nicht nur für die Tarifbeschäftigten. Hiervon will der Regierende Bürgermeister nun nichts mehr wissen. Er begeht damit einen schwerwiegenden Wortbruch. So verwundert es nicht, dass der Regierende Bürgermeister noch nicht einmal über Dritte den Spitzenorganisationen der Beamtinnen und Beamten seine Entscheidung vermitteln lässt. Er ist vor und nach der getroffenen Entscheidung über den Ausschluss von Gehaltsverbesserungen ab 2010 für die Spitzenorganisationen der Beamtinnen und Beamten nicht präsent. Dieser Regierungsstil setzt nicht auf Dialog mit den Betroffenen. Der Regierende Bürgermeister entfernt sich so immer weiter von den Beamtinnen und Beamten.

Joachim Jetschmann, Landesvorsitzender des dbb berlin