Im gemeinsamen Bildungsbericht 2008 der Länder Berlin und
Brandenburg wird der Mangel an jungen Lehrkräften als wesentlicher Bestandteil
der ermittelten kritischen Altersstruktur der Beschäftigten im Bildungssystem
des Landes Berlin festgestellt.
Unter der Überschrift
"Signifikant weniger junge Lehrkräfte in Berlin und Brandenburg als im
Bundesdurchschnitt" wird in dem im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung Berlin und des Ministeriums für Bildung, Jugend und
Sport Brandenburg vom Institut für Schulqualität der Länder Berlin und
Brandenburg und dem Amt für Statistik beider Länder herausgegebenen
Bildungsbericht 2008 folgendes ausgeführt: "In Berlin waren 2007 knapp 55 %
der hauptberuflichen Lehrkräfte 50 Jahre und älter, in Brandenburg 47 %,
deutschlandweit waren es gut 49 %. Das hohe Alter in Berlin ist vor allem auf
die männlichen Beschäftigten zurückzuführen. 62 % der Lehrer waren älter als
50 Jahre, aber nur 52 % der Lehrerinnen (Brandenburg: 50 % der Lehrer und 46 %
der Lehrerinnen). Der größte Unterschied zwischen der Metropolregion und
Deutschland insgesamt findet sich in der Gruppe der jungen, d. h.
unter-35-jährigen Lehrkräfte. Während in Berlin 4 % und in Brandenburg nicht
ganz 3 % der Lehrerinnen und Lehrer dieser Gruppe angehörten, sind es im
gesamten Bundesgebiet 14 %."
"Der dbb berlin führt den bedrohlichen
Anteil der jungen Lehrkräfte in Berlin darauf zurück, dass der Senat von
Berlin und die ihn tragenden Koalitionsparteien bereits 2004 entschieden
haben, in Berlin neu eingestellte Lehrkräfte nicht mehr zu verbeamten, sodass
die Attraktivität des Lehramtsberufs in Berlin nicht mehr gegeben ist",
erklärte der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, nach
Veröffentlichung des Bildungsberichts.