Heesen: Nachwuchsgewinnung wird „Problem Nummer eins“ für öffentlichen Dienst

Der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen hat die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs als „das Problem Nummer eins“ der nächsten Jahre für den öffentlichen Dienst bezeichnet. „Schon mit den heutigen Tarifen ist der Wettbewerb mit der freien Wirtschaft, der sich aufgrund der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahren enorm verstärken wird, nicht zu gewinnen“, sagte Heesen auf einer Personalrätekonferenz des dbb berlin am 30. Oktober 2008: „Um zu bestehen, müssen wir insgesamt zu einer Anhebung der Einkommen im öffentlichen Dienst kommen.“

Der in diesem Jahr erzielte Tarifabschluss von in der Summe mehr als acht Prozent für die Beschäftigten des Bundes werde die Messlatte für die anderen Bereiche sein. „Die Einkommensrunde 2009 für Länder und Kommunen wird kein Spaziergang“, sagte der dbb Chef und verwies auf die Wirtschaftskrise und sich verringernde Einnahmen des Staates. „Aber ein weiterer Personalabbau im öffentlichen Dienst löst kein einziges Problem.“ Die Zahl der Beschäftigtenzahl im öffentlichen Dienst sei von 5,8 Millionen im Jahr 1990 auf 4,4 Millionen gesunken, fast 20 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien älter als 55 Jahre. Zudem gehe das Angebot von Arbeitskräften in den nächsten Jahren aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge zurück. „Der öffentliche Dienst muss sich auf diese Herausforderungen einstellen“, so Heesen. Er sehe in der Politik eine wachsende Bereitschaft, sich in diese Richtung zu bewegen.

Mit Blick auf die Einkommensrunde 2009 für Beschäftigte der Länder und Kommunen forderte Heesen eine Rückkehr des Landes Berlin in die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). „Berlins Alleingang hat weder zu einer Verbesserung der Qualität des öffentlichen Dienstes in der Hauptstadt noch zu besseren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten geführt. Berlin muss wieder eingebettet, der Gleichklang im Tarifbereich und darüber hinaus  auch bei den Beamten muss wieder hergestellt werden“, sagte er.

Der dbb Chef ermunterte die Personalräte, sich in den Anfang Oktober begonnenen Personalratswahlen weiter stark zu machen für die Interessen der Beschäftigten und wünschte dabei viel Erfolg.