Der Landesvorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, hat auf dem Vertretertag des Verbandes Bildung und Erziehung – VBE-Berlin – am 28.04.2008 die ungehemmte Vernachlässigung der Interessen der Berliner Lehrkräfte kritisiert.
Jetschmann verwies in diesem Zusammenhang auf die ständig steigende Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer, die länger als drei Monate dienstunfähig erkrankt sind (dauererkrankte Lehrkräfte).
Er bemängelte, dass der Bildungssenator in seiner Verwaltung die Dienstvereinbarung über das Betriebliche Gesundheitsmanagement in der Berliner Verwaltung (DV-Gesundheit) vom November 2007 nicht umsetzt. So behindere der Bildungssenator auch die Erhebungen von Daten zur Erstellung eines Gesundheitsreports mit dem landesweit eingeführten IT-Verfahren IPV.
Der hohe Krankenstand bei den Lehrkräften ist, führte der Landesvorsitzende des dbb berlin in seiner Rede auf dem Vertretertag des VBE-Berlin aus, „auch darauf zurückzuführen, dass das räumliche und soziale Umfeld in den Schulen nicht anerkannten Maßstäben entspricht“.
Die Arbeitsorganisation in den Berliner Schulen sei für Lehrkräfte nicht alters- und alternsgerecht gestaltet. Angesichts des hohen Durchschnittsalters der Lehrkräfte von mittlerweile über 50 Lebensjahren seien die unzureichende Arbeitsgestaltung , die seit Jahren verweigerte Altersermäßigung bei der Zumessung der Unterrichtsstunden sowie die Abschaffung der Altersteilzeit entscheidend für den hohen Krankenstand.