Jetschmann: Sarrazin-Äußerungen nicht hinnehmbar

„Was Sie sagen, ist nicht hinzunehmen", hat der Berliner dbb Chef die Aussagen von Finanzsenator Thilo Sarrazin auf der Personalrätekonferenz am 26.09.2008 gekontert.
"Der Senat hat erheblich an Kredit verspielt", stellte Jetschmann fest und forderte einen runden Tisch mit allen Beteiligten, um über über das Personal des Öffentlichen Dienstes, die Löhne und Gehälter und den Stellenpool zu verhandeln.

 
Sarrazin hatte weitere Personaleinsparungen angekündigt. Nach Angaben des Finanzsenators wird die Zahl der im Landesdienst  Beschäftigten bis Anfang 2012 auf rund 100 000 bei gleichzeitig 7 500 Neueinstellungen zurückgehen. Die weitere Entwicklung ab 2013 habe der Senat zwar noch nicht festgelegt, um aber auf einen vergleichbaren Stand mit Hamburg und Bremen zu kommen, müsse bis 2015 die Zahl der Stellen bis auf 93 500 sinken. Auch auf eine Anpassung ihrer Löhne und Gehälter sollen die Berliner Beschäftigten weiter warten müssen. Sarrazin räumte lediglich ein , dass Löhne und Gehälter in der Berliner Verwaltung sich „irgendwann“ dem Niveau anderer Länder anpassen müssten.
 
Joachim Jetschmann warf dem Senat vor, über keinerlei Planung für eine bürgerfreundliche und effiziente Verwaltung zu verfügen. Der Senat solle ein Konzept über die künftigen Aufgaben der Verwaltung, deren Umsetzung und Personaleinsatz vorlegen.

Bis Ende März 2009 soll es schließlich nach Angaben Sarrazins keine Versetzungen von Beamte in den Stellenpool mehr geben, allerdings würden die Betroffenen auf einer Überhangliste geführt. Damit reagierte der Finanzsenator erstmals konkret auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes, das die Versetzung von zwei Beamten in den Stellenpool als verfassungswidrig bezeichnet hatte. Der Berliner dbb Chef, Joachim Jetschmann, hatte das Verbot des Bundesverwaltungsgerichts begrüßt: "Das ganze Verfahren ist nur Lug und Betrug", Die Versetzungen seien ohnehin nur aus "haushaltstechnischen Gründen" erfolgt. Tatsächlich seien viele versetzte Beamte weiter in ihrer alten Dienststelle tätig.