Mit einer Protestaktion von dem Sitz des Berliner Innensenators Ehrhart Körting hat die dbb tarifunion am 22. Mai 2008 ihre Forderung nach drei Prozent mehr Lohn für die Berliner Beschäftigten bekräftigt. Symbolisch stellten die Demonstranten dem „tarifpolitischen Falschfahrer“ Körting hundertfache Bußgeldbescheide aus.
„Unsere Geduld ist am Ende“, sagte Helmut Overbeck, Verhandlungsführer der dbb tarifunion. Überall habe es mittlerweile Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst gegeben - sowohl im Länderbereich als auch bei Bund und Kommunen. Nur um Berlin habe der Senat eine „Tarifmauer“ gezogen, sagte Overbeck und warnte: „Schon mancher politische Falschparker hat bei den nächsten Wahlen seine Regierungserlaubnis zurückgeben müssen.“
Körtings Angebot von zwei Einmalzahlungen wies Overbeck als „Almosen“ zurück. „Wir leisten gute Arbeit. Wir halten Berlin am Laufen, in Schulen, Behörden und auf der Straße. Dafür wollen wir gutes Geld. Wir sind auch nicht weniger wert als unsere Kollegen in Bayern oder Brandenburg.“ Overbeck verwies auf den so genannten Solidarpakt: „Acht bis zwölf Prozent von unserem Einkommen stellen wir zur Verfügung, um dem Land zu helfen. Nun jedoch von jeder Einkommensentwicklung abgekoppelt zu werden - das werden wir nicht hinnehmen!“ Noch sei Zeit zur tarifpolitischen Umkehr. „Aber dem Konflikt weichen wir auch nicht aus. Wenn es sei muss, kommen wir wieder.“