Am 12. November 2008 konnte die dbb tarifunion mit dem Land
Berlin eine Einigung im Tarifstreit für die Landesbediensteten erreichen.
„Die monatelangen Streiks haben die Arbeitgeberseite letztlich beeindruckt,
so dass ein neues Angebot vorgelegt wurde. Nach erneut schwierigen,
letztlich aber konstruktiven Verhandlungen konnte ein Tarifkompromiss
erzielt werden“, zog Helmut Overbeck, stellvertretender Vorsitzender und
Verhandlungsführer der dbb tarifunion, eine erste Bilanz.
Das Ergebnis im Einzelnen beinhaltet einen Aufschlag von 65 Euro pro Monat
auf die Vergütungen und Löhne ab 1. Juni 2009, einen Aufschlag von 35 Euro
pro Monat auf die Ausbildungsvergütungen gleichfalls ab 1. Juni 2009, die
Erklärung der Tarifparteien, dass die Absenkungen nach dem
Anwendungstarifvertrag nicht über den 31. Dezember 2009 hinaus verlängert
werden sowie die Aufnahme von Tarifverhandlungen zur Einführung von TV-L und
TVöD.
Die Erhöhung der Einkommen um 65 Euro pro Monat bedeutet für
die Angestellten und Arbeiter des Landes Berlin bis zu einer monatlichen
Grundvergütung beziehungsweise bis zu einem Monatslohn von ca. 2240 Euro
eine Einkommensverbesserung von mehr als 2,9 Prozent.
„Endlich haben
wir Positives für die Beschäftigten im Land erreicht“, kommentierte Overbeck
den Tarifkompromiss. „Die Kolleginnen und Kollegen haben sich mit den
Streiks eine überfällige Einkommensverbesserung erstritten. Sie bleiben
nicht länger von der Tarifentwicklung im übrigen öffentlichen Dienst
abgekoppelt. Durch die Prozessvereinbarung, den TV-L beziehungsweise den
TVöD für das Land Berlin ab 2010 einzuführen, erhalten die Beschäftigten des
Landes demnächst endlich auch ein neues und modernes Tarifrecht. Weitere
Absenkungen wird es nicht geben“, sagte Overbeck.
Das Tarifergebnis
wird jetzt in den Gremien der dbb tarifunion diskutiert und muss von den
Mitgliedern in einer Urabstimmung bestätigt werden.