Kranke Lehrer: dbb berlin fordert mehr Prävention
Der Vorschlag des Personalrats, dauerkranke Lehrer, die den Belastungen des Unterrichtens nicht mehr gewachsen sind, an anderer Stelle in den Schulen einzusetzen, stößt auf breite Zustimmung. „Das wird mit Sicherheit nicht bei jedem gehen, aber die Idee ist gut“, sagt Harald Mier von der Vereinigung der Oberstudiendirektoren. An den Schulen gebe es jede Menge Verwaltungsarbeiten, die dann von solchen Kräften übernommen werden könne. „Das hilft der Schule, dem betroffenen Menschen und dem Staat.“
Auch der Vorsitzende des dbb berlin, Joachim Jetschmann, befürwortet den Vorstoß. Allerdings dürften die Kräfte nicht außerhalb der Schulen eingesetzt werden. Und das Ganze müsse zentral gesteuert werden. „Dann kann das zur Entlastung der anderen Lehrer beitragen.“ Jetschmann fordert zudem mehr Gesundheitsprävention für Pädagogen, damit es gar nicht erst zu einer dauerhaften Erkrankung kommt. „Wir brauchen eine neutrale Anlaufstelle, wo sich Lehrer in Krisensituationen Beratung und Hilfe holen können - ähnlich wie das Modell der Sozialbetreuung bei der Polizei.“ Zurzeit würden diese Kollegen allein gelassen. Ein entsprechendes Angebot könne beispielsweise in der Zentralen Medizinischen Gutachtenstelle eingerichtet werden. In der Gutachtenstelle soll der amtsärztliche Dienst, der zurzeit auf sechs Standorte verteilt ist, zusammengefasst werden.
Der Senat habe das Problem der dauerkranken Lehrer lange außer Acht gelassen, kritisiert FDP-Bildungsexpertin Mieke Senftleben. „Es ist ein Skandal, dass die Verwaltung nicht darauf reagiert, wenn einige dieser Kollegen ihren Willen bekunden, sich außerhalb des normalen Unterrichts einzubringen. Die Schulen hätten dadurch schon lange entlastet werden können.“
In Berlin sind zurzeit knapp 1000 Pädagogen langfristig krankgeschrieben. Lehrer gehören auch zu der Gruppe der Verwaltungsbeamten, die am häufigsten vorzeitig in Pension gehen.