dbb berlin beunruhigt über Krankenstand bei Lehrern -
Jetschmann: Senat muss endlich reagieren

Der dbb berlin zeigt sich besorgt über den hohen Krankenstand bei Berliner Lehrern. Vor allem die Zahl der Langzeiterkrankten sei bei den Pädagogen höher als in anderen Berufsgruppen. „Die Zahl ist etwa viermal höher als in anderen Bereichen“, sagte der Vorsitzende des dbb Landesbundes, Joachim Jetschmann, dem "Tagesspiegel" (Ausgabe vom 12. Oktober 2007). Darauf müsse der Senat reagieren. Im Übrigen stritten Bezirke und Senat schon seit anderthalb Jahren um eine zentrale Gutachterstelle, die sich um eine Beschleunigung der amtsärztlichen Untersuchungen von Beamten kümmern soll, kritisierte Jetschmann.

Aus der Statistik der Bildungsverwaltung geht hervor, dass Berlins rund 1.000 langzeitkranke Lehrer im Schnitt 43 Wochen der Arbeit fernbleiben. Er sei "sehr unglücklich" über einen parlamentarischen Antrag der Grünen, dauerkranken Lehrern auf freiwilliger Basis eine andere Tätigkeit anzubieten, sagte Jetschmann, weil dann zu befürchten stehe, dass die Betroffenen letztlich auf die Überhangliste kämen.

Positiv bewertete Jetschmann, dass der Senat jetzt eine Dienstvereinbarung gebilligt hat, wonach die betriebliche Gesundheitsförderung gestärkt werden soll. Das könne Anlass sein, die von Burnout-Fachleuten geforderten Coaching-Gespräche mit Lehrern zu führen.