dbb berlin kritisiert Besoldungsgesetzentwurf: Statt Weiterentwicklung Sparmaßnahmen
Der dbb berlin sieht
sich durch die Besoldungspläne des Berliner Senats in seiner bereits vor der
Föderalismusreform geäußerten Befürchtung bestätigt, dass auch das Land
Berlin seine neue Gesetzgebungskompetenz im Besoldungsrecht nicht zu einer
Weiterentwicklung, sondern vorrangig zu Einsparmaßnahmen nutzen wird.
Der jetzt vorgelegte Entwurf eines 15. Landesbesoldungsänderungsgesetzes
stelle das Besoldungsrecht weder langfristig auf eine zukunftsfähige
Grundlage, noch komme er dem in § 14 BBesG und § 70 BeamtVG normierten
gesetzlichen Anspruch der Beamtinnen und Beamten auf Anpassung ihrer
Besoldung und Versorgung an die finanzielle und wirtschaftliche Entwicklung
nach.
Die letzte Anpassung der Besoldung fand im August 2004 um 1 % für die
Beamtinnen bzw. Beamte und um 0,46 % für Versorgungsempfängerinnen und
Versorgungsempfänger statt. Im Hinblick auf die Entwicklung der
Verbraucherpreise und auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sei
eine Anpassung der Besoldung und Versorgung überfällig. Die
Besoldungsentwicklung im Land Berlin dürfe weder von der allgemeinen
Gehaltsentwicklung in Deutschland noch von der in den anderen Bundesländern
und dem Bund abgekoppelt werden.
Der dbb berlin erinnert in einer
Stellungnahme zu dem
Gesetzentwurf daran, dass gerade die Beamtinnen und Beamten des Berliner
Landesdienstes erhebliche Beiträge zur Konsolidierung des Landeshaushalts,
u.a. durch die Absenkung der Sonderzahlung, den Wegfall des Urlaubsgeldes
und die Arbeitsverdichtung in nahezu allen Bereichen der Berliner Verwaltung
durch erheblichen Stellen- und Personalabbau erbracht haben. Ein weiterer
Verzicht ist ihnen weder vermittel- noch überhaupt zumutbar.
Der dbb berlin fordert für die Jahre 2005 bis 2007 je Jahr eine
Einmalzahlung in Höhe von 300 € und eine lineare Besoldungserhöhung ab 1.
Januar 2008 um 2,9 %.
Die in dem Gesetzentwurf vorgesehene Absenkung der Eingangsbesoldung für
Lehrer mit fachwissenschaftlicher Ausbildung in zwei Fächern von der
Besoldungsgruppe A 13 nach Besoldungsgruppe A 12 lehnt der dbb berlin
nachdrücklich ab.
Eine Delegation des dbb berlin wird am 11. 06 2007 mit Innensenator Dr.
Körting ein beamtenpolitisches Grundsatzgespräch unter Leitung des Berliner
dbb Chefs Joachim Jetschmann führen.