Der Gesamtpersonalrat der Berliner Justiz hat Justizsenatorin Gisela von der Aue fehlenden Handlungswillen bei der längst überfälligen Neuordnung des Strafvollzugs vorgeworfen: "Wir vermissen die politische Führung in der Frage, wie es mit den Gefängnissen weitergeht", kritisierte der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Joachim Jetschmann, der zugleich Berliner dbb Chef ist.
Der Vollzug habe es versäumt, auf die veränderten Bedingungen im Jugendgefängnis angemessen zu reagieren. "Das Verhalten der Gefangenen hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert und die Justiz hat es versäumt, sich darauf einzustellen und mit zu verändern", sagte Jetschmann weiter. Durch den Personalabbau in den vergangenen Jahren fehle es an Möglichkeiten, die Gefangenen gezielt zu betreuen. "Es ist eine Tatsache, dass dadurch die Einflussnahme der Gefangenen untereinander zunimmt", so Jetschmann. Gewaltexzesse und gegenseitiges Drangsalieren hätten stark zugenommen. Arbeits- und Ausbildungsplätze fehlten.
Jetschmann vermisst ein Konzept, wie auf die verschlechterten Bedingungen im Strafvollzug reagiert werden soll: "Alle Beteiligten sollten sich an einen Tisch setzen und gemeinsam überlegen, was zu tun ist"